Buchtipp #13 Das Hirten-Prinzip – 7 Erfolgsrezepte guter Menschenführung

(Kevin Leman & William Pentak, Verlag Goldmann 2010, ISBN 978-3-442-17218-4)

Klappentext

Sie wünschen sich Loyalität, Präzision und Motivation von Ihren Mitarbeitern?

Spannend wie ein Roman und informativ wie ein Sachbuch führt dieses Buch Sie weit über kurzlebige Management-Techniken hinaus. Es liefert Ihnen Ansätze dafür, eine tatsächlich außergewöhnliche und erfolgreiche Führungspersönlichkeit zu werden.

Der angesehenste Firmenleiter Amerikas verrät einem jungen Reporter den Schlüssel zu seinem beruflichen Erfolg – sieben Management-Grundsätze, die er vor langer Zeit von seinem Mentor gelernt hat.

Übersetzt von Bernardin Schellenberger

Mein Eindruck

Da war es wieder – das Dilemma mit den amerikanischen Ratgeber-Büchern in Form einer Geschichte: manche lieben diese Art der Wissensmitteilung, manche lassen es notgedrungen über sich ergehen, da die Essenz gut und wichtig ist und wieder andere finden es unerträglich. In diesem Fall hier lautet meine Empfehlung: werfen Sie Ihre Vorbehalte – sofern vorhanden – über Bord und nehmen Sie, was das Buch Gutes zu bieten hat.

Zum Inhalt: Die Autoren verpacken die „7 Erfolgsrezepte guter Menschenführung“ in eine wahre Erzählung auf 155 knappen Seiten und zwei Erzählebenen. Der junge William Pentak führt ein Interview mit dem damals angesehensten Firmenleiter Amerikas, Theodor McBride. In diesem Interview schildert dieser den Ursprung seines Erfolges: sieben Management-Grundsätze basierend auf der jahrtausendealten Kunst des Hirten und übertragen auf die Führung von Menschen. Als Student kurz vor seiner Promotion und mit der Aussicht auf eine Führungsposition bittet McBride seinen Professor und Mentor, ihm zu lehren, was eine gute Führungskraft ausmacht. Dieser Professor züchtet privat Schafe. Es folgen sieben samstägliche Treffen (analog den 7 Erfolgsrezepten), bei denen McBride nicht nur etwas über die Kunst des Hirten lernt, sondern auch wie diese in gute Menschenführung umgesetzt werden kann und letztlich lernt er sogar etwas über sich selbst.

Die Geschichte ist angenehm, zügig und unterhaltsam zu lesen, die verwendeten Beispiele und Bilder sprechen deutlich für sich und die Grundsätze sind gehaltvoller als es auf den ersten Blick scheinen mag. Gleichwohl sind sie einprägsam auf das Wesentliche reduziert und werden jeweils am Ende eines Kapitels zusammengefasst, sowie in ihrer Gesamtheit für den schellen Überblick am Ende des Buches nochmals aufgeführt.

Es ist ein kluges, ein weises Buch. Wer es aufmerksam liest, wird noch wesentlich mehr darin entdecken als diese Grundsätze. Viele Sätze und Nebensätze, die nicht besonders hervorgehoben werden, sind ebenfalls bedeutsam und lehrreich. Alles enthaltene auch wirklich umzusetzen könnte eine Herausforderung sein. Allerdings eine sehr lohnende.

Ich kann jedem das Buch ans Herz legen, der auf irgendeine Weise mit Menschenführung zu tun hat. Sei es als Manager oder Vorgesetzter (egal auf welcher hierarchischen Ebene), als Eltern, als Lehrer oder als Trainer, als Mentor.

Nebeneffekt: Wer die vorgestellten Grundsätze wirklich berücksichtigt und umsetzt, braucht sich meiner Ansicht nach über das derzeit diskutiertierte Führungsmodell „die Führungskraft als Coach“ nur noch wenig Gedanken machen.

Fazit: Lesenswert – für alle, die die Basis guter Menschenführung verstehen wollen.