Buchtipp #1 Der Apfel-Faktor. Wie die Familie, aus der wir kommen, beruflichen Erfolg beeinflusst.

(Bertold Ulsamer; Verlag Kösel 2009; ISBN 978-3-466-30795-1)

Klappentext

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ – dieser Satz bewahrheitet sich im beruflichen Kontext immer wieder. Der Blick in die eigenen Familiengeschichte ist äußerst aufschlussreich, um die Ursachen für innere Zufriedenheit und äußeren Erfolg zu verstehen – aber auch die Hintergründe für Unzufriedenheit und Fehlschläge. Wer erkennt, was ihn beeinflusst, kann hinderlichePrägungen überwinden.

Mein Eindruck

Als ich kurz nach Erscheinen des Buches 2009 auf Ulsamer’s Werk aufmerksam wurde, war ich sehr neugierig. Damals selbst erst seit wenigen Jahren als Coach tätig und unter anderem mit der Aufstellungsmethode vertraut, erhoffte ich mir ein Buch, das mit leichter Hand meinen Kunden und Klienten beispielhaft erklären könnte, was so alles in ihren beruflichen Erfolg oder Nicht-Erfolg hineinwirken könnte. Und welchen Nutzen sie davon hätten, sich auf eine derartige Suche nach bisher unberücksichtigten Zusammenhängen zu machen.

Um es kurz zu machen: meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Angereichert mit vielen lebhaften und nachvollziehbaren Beispielen aus seiner praktischen Arbeit und noch dazu in einer lebhaften und verständlichen Sprache geschrieben, las ich das Buch in einem Rutsch durch und empfehle es seitdem gerne weiter.

Bertold Ulsamer schreibt in seinem ersten Kapitel: „ Dieses Buch soll den Leserinnen und Lesern Einsichten, Anregungen und Ideen geben, welche möglichen Zusammenhänge sie bisher möglicherweise übersehen haben. Darüber hinaus zeigt es den Weg auf, innere Hindernisse aufzulösen, ja sie sogar in Ressourcen umzuwandeln.“. Dies ist ihm aus meiner Sicht ohne Einschränkung gelungen.

Warum komme ich immer wieder in ähnliche Situationen? Warum verhalte ich mich trotz besseren Wissens immer wieder so und nicht anders? Wie wirken Familienmuster in meine berufliche Laufbahn hinein? Was blockiert mich in meinem Erfolg? Diese und weitere Fragen behandelt das Buch „Der Apfel-Faktor“ anhand von plastischen Einzelbeispielen und zugehörigen Erläuterungen, gleichzeitig jedoch thematisch geordnet, was der Übersichtlichkeit dienlich ist. Zusammenhänge kommen gut zur Geltung und werden übersichtlich und auf den Punkt erklärt, ohne dass der Autor sich in fachliche Höhen versteigt. Jemand, der sich mit diesen inneren Zusammenhängen noch nie beschäftigt hat, findet Erklärungen und einen Einstieg in Lösungsmöglichkeiten. Und auch Leser, die im behandelten Themenkomplex versiert sind, können sich anhand der Beispiele und Erläuterungen hinterfragen und fokussieren, sich in vielleicht schon eingefahrenen Gleisen mal wieder erschüttern lassen.

Am Ende des Buches gibt es noch allgemeine Informationen, einen Überblick über die Aufstellungsmethode, sowie im Anhang Fragen zu den Fakten der eigenen Familiengeschichte. Alleine schon anhand der Fragen – sofern man sich wirklich ernsthaft und sich selbst gegenüber ehrlich damit auseinander setzt – können nach der Lektüre des Buches eigene Zusammenhänge und Muster entdeckt werden. Und dies ist bekanntlich der erste Schritt zur Veränderung.

Fazit: Lesenswert – für jeden.