Das eigene Lebenswerk loslassen – „Der härteste Job kommt zum Schluss“

30 Jahre lang war die eigene Firma immer präsent, vielleicht sogar die Nummer 1 im Leben. Unzählige Stunden Arbeit stecken darin, bei manchem die ein oder andere schlaflose Nacht, viel Mühe und Herzblut, oft auch Sinnerfüllung. Und dennoch kommt unweigerlich irgendwann die Zeit, in der die Übergabe des Unternehmens an einen Nachfolgerunumgänglich ist. Ein älterer Firmeninhaber formulierte das Ganze so: „Der härteste Job kommt zum Schluss!“

Doch was macht es eigentlich so schwer, die Firma an die nächste Generation oder einen externen Nachfolger zu übergeben? Betriebswirtschaftliche Themen können es kaum sein, dafür gibt es Berechnungen, Tools und hervorragende Fachleute an allen Ecken und Enden. Bleiben die Emotionen, die gefühlsmäßige Verbundenheit mit dem Unternehmen und allem, was dazu gehört.

Genauer betrachtet spielt sogar einiges an Gefühls-Themen mit. Loslassen ist im Großen und Ganzen schon keine beliebte Übung unter uns Menschen. Firmeninhaber, mögen sie sonst noch so rational und logisch agieren, machen dabei keine Ausnahme.

Es gilt Verantwortung abzugeben, wo man bisher selbst in der Pflicht war. Dem Nachfolger Vertrauen zu schenken, wo man bisher Kontrolle, Wirksamkeit und Einfluss hatte. Visionen aufzugeben, weil sie nicht mehr in die Zeit und/ oder zum Nachfolger passen. Vielleicht verliert man ein lieb gewonnenes Wir-Gefühl mit altgedienten Mitarbeitern, den bisherigen Sinn im Leben, Spaß und Erfüllung, das Gefühl, etwas zu schaffen. Oder ein unerklärliches Gefühl von Verlust macht sich breit. Irrationale Sorgen um die finanzielle Zukunft tauchen auf. Immer wieder auch die Frage „Bin ich eigentlich noch wer, wenn ich nicht mehr die Geschicke der Firma lenke?“. Auch das Gefühl, sich selbst ein Stück weit aufzugeben, wenn man sich nicht mehr im eigenen Unternehmen verwirklichen kann. Oder schlichtweg Gewohnheit. Wer sein Leben lang und über Jahrzehnte einen bestimmten Rhythmus hatte, tut sich am Ende vielleicht etwas schwerer, diesen zu ändern. Und das ist nur ein Ausschnitt aus allem, was mir bisher begegnet ist.

Stellt sich die Frage, wie man sich selbst diesen ganzen Prozess erleichtern kann. Häufig reicht es nämlich nicht aus, sich darüber in der Familie, mit dem (Ehe-)Partner oder mit Freunden auszutauschen. Diese stehen meist einfach zu nah, wollen Sie nicht verletzen oder haben dieselbe „Brille“ auf wie Sie. Zielführender ist es hier, einen versierten Coach von außen zu holen. Dieser hilft Ihnen, sich selbst auf die Schliche zu kommen, sich zu reflektieren. Hier können Sie sich im geschützten Rahmen einerseits frei von der Leber weg äußern, vielleicht sogar Dinge ansprechen, die Sie sonst nicht einmal zu Ende denken wollen und gleichzeitig Ihr Gesicht wahren und Lösungen finden für das, was Sie innerlich beschäftigt oder sogar blockiert. Mit freiem Geist und klarem Blick lassen sich einfach die besseren Entscheidungen treffen.

Ein Nachfolgeprozess wird sowohl unter betriebswirtschaftlichen wie auch unter emotionalen Gesichtspunkten idealerweise mit Mitte 50 in die Wege geleitet und ist aufgrund dessen meist in etwa Mitte 60 abgeschlossen. Einerseits ist das ein langer Zeitrahmen. Auf der anderen Seite erhalten Sie dadurch die Möglichkeit, in Ruhe und mit Bedacht in allen Bereichen die für Sie bestmögliche Lösung zu finden und Ihren Nachfolger angemessen zu begleiten und einzuarbeiten. Ein Coach, der Sie über längere Zeit im Nachfolgeprozess begleitet, wird oft zu einem Vertrauten, behält andererseits allerdings auch den notwendigen Blick von außen. Eine ideale Basis für die persönliche Weiterentwicklung. Um dann mit einem guten Gefühl, innerer Freiheit und der für Sie passenden Neuausrichtungleichter in den nächsten Lebensabschnitt zu starten.